20.4.2011 "Pina (3D)" 18.00/20.30
Nicht alle mittlerweile in hoher Schlagzahl auf den Kinomarkt geworfenen 3 D – Filme sind ihr (erhöhtes) Eintrittsgeld wert. Bei Wim Wenders „Pina“ ist das jedoch völlig anders. Wenders gelingt es, das Tanztheater von Pina Bausch auf eine neue Weise sinnlich erfahrbar zu machen. Er führt den Zuschauer in neue Dimensionen, wenn er gemeinsam mit den Tänzern den Bühnenraum durchmisst. Der Betrachter wird zum Bestandteil des Geschehens, wie es in der herkömmlichen 2 D-Version niemals der Fall sein kann. Wim Wenders und Pina Bausch verband eine jahrzehntelange Freundschaft und schon lange gab es den Plan, einen gemeinsamen Film zu drehen. Der plötzliche Tod Pina Bauschs im Juni 2009 schien dem ein Ende zu machen. Wim Wenders entschied sich jedoch bald, das Projekt zusammen mit dem Ensemble des Wuppertaler Tanztheaters weiterzuführen. Herausgekommen ist eine Hommage an die große Künstlerin mit noch gemeinsam ausgesuchten Choreographien wie Le Sacre du Printemps, Vollmond, Cafe Müller und Kontakthof. Oper, Operette und internationale U-Musik verschmelzen miteinander, die Szenen sind verspielt, komisch und tragisch zugleich. “Pina“ ist die wohl sinnlichste Tanzerfahrung, die man derzeit im Kino machen kann.
Deutschland/Frankreich 2011, Regie: Wim Wenders, Darsteller: Pina Bausch und das Ensemble des Wuppertaler Tanztheaters, ohne Altersbeschränkung, 100 min
27.04.2011 "Mondsüchtig" 18.00/20.30
Als Abschiedsgeschenk für den ehemaligen Oberbürgermeister und großen Filmfreund Jörg Schulz präsentieren wir den Film „Mondsüchtig“. Jörg Schulz wird seinen Wunschfilm bei der 20.30 Uhr-Vorstellung persönlich begleiten.
Little Italy im tiefsten Brooklyn: Die stolze und schöne Loretta Castorini (Cher) beschließt, dass ihre Zeit ohne Mann nun lange genug gedauert hat. Ihr Auserwählter ist Johnny Cammareri (Danny Aiello), der seinen Heiratsantrag ganz stilecht zelebriert, kniend im nachbarschaftlichen Nobelrestaurant. Passend zu den Heiratsvorbereitungen soll jetzt, sozusagen in einem Aufwasch, das völlig zerrüttete Verhältnis Johnnys zu seinem Bruder Ronny (Nicholas Cage) wiederhergestellt werden. Eine erste Begegnung Lorettas mit Ronny in dessen stickiger Backstube läuft allerdings unversehens aus dem Ruder. Die Leidenschaft übermannt die beiden und nach heißer Liebesnacht ist eine Romanze der ernsteren Art nicht mehr aufzuhalten. Da stellt sich die Frage nach dem richtigen Bräutigam auf einmal ganz neu. Der inzwischen am Himmel völlig ausgereifte Vollmond macht die Angelegenheit keinesfalls einfacher. Sämtliche Liebesnächte der Haupt- und Nebendarsteller werden vom Erdtrabanten beleuchtet und befeuert. Überhaupt spielt der Mond eine tragende Rolle in diesem Film. Dean Martin besingt ihn bereits im Vorspann, Großvater Castorini läßt ihm zu Ehren seine fünf struppigen Hunde heulen usw. usw. Der Regisseur Norman Jewison präsentiert mit „Mondsüchtig“ eine klassische Liebes- und Familiengeschichte auf typisch italo-amerikanischem Hintergrund. Gekonnt spielt er ironisch mit den Klischees des Genres, unterstützt von den durch die Bank hervorragenden Schauspielern, von denen einer eigentlich gar nicht hätte mitspielen dürfen. Das Filmstudio war nämlich im Vorfeld alles andere als überzeugt von den Fähigkeiten des späteren Hauptdarstellers Nicholas Cage. Die Herren wurden allerdings schnell zur Raison gebracht: Cher drohte damit, ebenfalls aus dem Projekt auszusteigen, falls Cage die Rolle nicht erhalten würde…
USA 1987, Regie: Norman Jewison, Darsteller: Cher, Nicholas Cage, Danny Aiello, ab 12, 102 min